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Hoch Rialt

Die innere Burg: Residenz oder Suste?

Überragt wird die Anlage vom mächtigen Turm Hoch Rialt, der durch Zwingermauern gegen die äussere Anlage abgetrennt ist. Da der Turm noch bis zum ehemaligen Dachrand erhalten geblieben ist, zählt er zu den frühesten noch in voller Grösse erhaltenen Profangebäuden der Schweiz. Der Ausbau des ursprünglich einstöckigen Verwaltungsgebäudes zum burgähnlichen Turm Mitte des 13. Jh. ist im Mauerwerk gut erkennbar.
Möglicherweise diente das aufgestockte Gebäude der bischöflichen Beamtenfamilie de Rialt (Ministerialen des Bischofs von Chur) als Wohnsitz. Diese waren mit der Verwaltung der bischöflichen Güter betraut und übten möglicherweise von hier aus die weltliche Macht am Heinzenberg und im Domleschg aus.
Vermutlich wurde der Turm bereits durch das schwere Erdbeben von 1295 so stark beschädigt, dass er schon damals verlassen wurde und bald zerfiel. Ein bischöfliches Verzeichnis von 1410 erwähnt den Turm als "verlassen", 1470 gar als "zerfallen".


Eine fürstliche Behausung?

Was heute noch an originalen Bauteilen aus der Mitte des 13. Jh. zu erkennen ist. lässt auf nicht gerade luxuriöse Wohnverhältnisse schliessen. So verfügte der eigentliche Wohnstock auf der 2. Etage einst über eine offene Feuerstelle, die noch deutlich in der Ostwand sichtbar ist. Sie dürfte aber wenig Behaglichkeit in dem grossen Raum verbreitet haben.
Der Austritt auf eine einst gemauerte Latrine in der Westwand ist heute mit einer Holztüre verschlossen, welche auch die originalen Bauteile (Scharnierpfanne) verwendet.

Oder doch eher eine Suste?

Die grosse Zisterne im Untergeschoss des Turmes nimmt mehr als die Hälfte des Grundrisses ein und bot Platz für mehr als 30'000 l Wasser. Wer mag so viel Wasser benötigt haben? Dies bringt uns auf den Gedanken, dass der Turm sehr wohl auch als Suste gedient haben könnte. Hohen Rätien war demnach seit jeher eine Umschlag- und Pferdewechselstation. (Eine Funktion, welche nach dem Ausbau der Viamala-Passage 1473 Thusis übernommen hatte)
Hier wurde die Ware auf die schwindelfreien und schluchtgängigen Maultiere umgeladen um mit diesen den lebensgefährlichen Abschnitt der Viamala zu bewältigen.

Denkbar wäre daher folgende Nutzung des Turmes:
EG: Wasserreservoir mit ebenerdigem Eingang zur Herausgabe des Wassers an die Saumtiere
1. OG: Warenlager
2. OG: Aufenthaltsraum mit grosser Feuerstelle und Latrine
3. OG: einfache Schlafräume

Auch die anschliessenden Gebäude (s. Ökonomiegebäude) als erweitere Lagerräume und Stapelplätze und die umgebenden Zwingermauern der inneren Burg zum Diebstahlschutz der Ware geben in diesem Modell durchaus Sinn.

Seine Restaurierung

Der Turm war lange Zeit stark einsturzgefährdet. Die Ostfassade mit dem offenen Kamin im 2. Stock zeigte mehrere, vom Mauerkranz bis zu den Fundamenten reichende Risse und Spalten. Zudem neigte sich diese Mauerkrone bis zu 50 cm nach innen. Ein umfassendes Sanierungsprojekt konnte in den Jahren 1988-91 den bedrohten Turm bewahren.

Heutige Nutzung

Heute ist der Hoch Rialt gesichert und mit einer raffiniert eingesetzen Glaspyramide so gedeckt, dass die Innenkonstruktion vor der Witterung geschützt, dieser Aufbau aber von aussen nicht sichtbar ist. Der Hoch Rialt bietet Zugang zu einer Dachplattform mit unvergleichlichem Ausblick auf den Heinzenberg und das Domleschg.
Die Galerieetagen der hölzernen Stützkonstruktion im Innern des Turmes lassen die ursprünglichen Raumhöhen erkennen.
Der mehrstöckige Raum bietet interessante und ungewöhnliche Aspekte für Konzerte und eignet sich für Feste oder Feiern in einmaliger Atmosphäre.


Für zivile Trauungen ist der altehrwürdige Turm vom Zivilstandsamt Hinterrhein offiziell zugelassen.


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