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Wanderungen durch die Viamala-Schlucht

im Brückenland der Viamala 

Die Viamala - "Schlucht des schönen Schauders" ist nicht nur unheimlich, sondern auch faszinierend schön und bietet dem Wanderer unerwartet intensive Natureindrücke von bis zu 300m hohen Steilwänden. Früher als "Via Mala" = "Schlechter Weg" bei Reisenden gefürchtet und wegen ihrer Gefahren gehasst, ist die Schlucht heute ein besonders reizvolles Ziel für Besucher aus nah und fern.

Ein herausragendes Merkmal der Viamala sind die zahlreichen Brücken welche den Rhein und die Seitenbäche überqueren.

Veia Traversina - Wandern auf den Spuren der Römer

Eine der spannendsten Routen der diversen Viamala-Wege ist die Veia Traversina. Sie ist Teil des bekannten Kultur- und Weitwanderweges "ViaSpluga" und folgt weitgehend dem ursprünglich römischen Wegverlauf. Der Wanderweg dauert rund 3h und führt von Thusis über Sils – Burg Ehrenfels – Hohen Rätien – St. Albin – Traversinersteg II zum Viamala Kiosk und ist durchgehend mit "ViaSpluga" beschildert.
Bei den Routen von Schweiz Mobil trägt die Wanderung die Nr. 50.

(Textauszug aus freizeit.ch)

Traversinasteg I (zerstört)

Der erste Traversiner Steg führte die «Veia Traversina» - einen Wanderweg auf den Spuren eines ursprünglich römischen Saumpfads - über ein Seitental des Hinterrheins in der Viamalaschlucht. Mit dieser Fussgängerbrücke konnte auf die schwierige Rekonstruktion eines zerstörten historischen Wegstücks verzichtet werden. Ungewöhnlich war die Montage des Tragwerks, das in einem Stück mit einem Helikopter an die abgelegene Brückenbaustelle eingeflogen wurde. Für den 47 Meter weit gespannten Steg war das Gewicht während des Einflugs auf 4,3 Tonnen beschränkt - eine strenge Anforderung, die von Anfang an für die Projektierung massgebend war und zu einem ungewöhnlich leichten Dreigurt-Fachwerk aus Holz und Stahl führte.

Der Einflug erfolgte am 18.Juni 1996 mit dem derzeit stärksten in der Schweiz verfügbaren Helikopter, dem Kamov K36 russischer Bauart. Auch die weiteren Fertigstellungsarbeiten erfolgten speditiv, so dass der erste Traversinersteg Mitte Juli 1996 für die Wanderer freigegeben werden konnte.

(Artikel aus ProHolz)

Während der Schneeschmelze 1999 riss ein Felssturz den ersten Traversinersteg in die Tiefe. Nach nur drei Jahren Gebrauch blieben von der Tragstruktur nur noch Trümmer. Die Ingenieure vom Büro Conzett Bronzini Gartmann in Chur erhielten innert kürzester Frist die Gelegenheit einen zweiten Traversinersteg über die Traversina-Schlucht zu entwerfen und zu realisieren.

 

Traversinasteg II

Der Traversinersteg II ist mit ihrer Spannweite von 56 Metern und einer Höhendifferenz von 22 Metern eher eine aufgehängte Treppe als ein traditionelle Brücke. Der filigrane Bau der Brücke aus Holz und Stahl achtet besonders auf das Wohlbefinden der Wanderer, kann doch die 70 Meter über dem Bachbett hängende Brücke - eingeklemmt zwischen dem oberen und unteren Widerlager - nicht schwingen. Damit Gross und Klein das architektonische Meisterstück unbeschwert begehen können wird der Blick in die Tiefe durch aussenliegende Träger verhindert.

(Aus dem Logbuch des Ingenieurs.)

 

Punt da Suransuns

Die 40 Meter lange Punt da Suransuns wurde als Spannbandbrücke mit Granitplatten aus Andeer konstruiert, die über rechteckigen Stahlstäbe vorgespannt sind, wodurch die Stabilität beträchtlich erhöht wird. Im Jahr 1996 wurde die Veia Traversina (ein Fußweg auf Römischen Trassen) eröffnet, mit dem Traversiner Steg als erste Etappe eines Wanderweges durch die Viamala. Für seine Fortsetzung durch den südlichen Teil der Schlucht, musste ein neuer Weg zwischen dem Wildener Brucke und Rania konstruiert werden.

(Artikel aus Graubünden Baukultur)

 

 

Wildener Brücken

Zwei durch den Davoser Baumeister Christian Wildener 1738/39 erbaute Bogenbrücken an den Enden des Viamala-Kessels. Beim Strassenbau von 1818-23 wurden sie mit einer horizontalen Fahrbahn versehen. Beim Bau der jetzigen Brücken von Premoli nach 1935 wurde die nördliche Brücke abgerissen, von ihr steht noch der rechtsseitige Pfeiler. Die südliche Brücke, die als Zugang zu den Felsmagazinen diente und von den Touristen als Aussichtskanzel benützt wird, ist kürzlich saniert worden.

Die beiden Brücken stehen für den Wechsel der Flusseite in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, um der stein- und eisschlaggefährdeten linken Seite auszuweichen. Den Wildener-Brücken kommt im Rahmen des historischen Viamala-Wegs zwischen 1738/39 und 1935 Bedeutung zu.

Federzeichnung von Johann Wolfgang von GoetheWährend die Reste der nördlichen Brücke kaum beachtet werden, bildet das obere Bauwerk einen besonders anschaulichen und spektakulären Teil der Verkehrsgeschichte in der Viamala. Sie dient vor allem als Aussichtskanzel auf Strasse, Wege und Schlucht. Besonders interessant sind die beiden Brücken wohl als Exempel für das „Brücken-Schlägen" auf gegenüberliegende, fast senkrechte Felswände. Die untere Brücke hat das übliche Schicksal von Bauwerken erlebt, die an engen Stellen einem Neubau weichen müssen. Die obere Brücke hat den für Graubünden typischen Wechsel mitgemacht; vom Strassen- und Transitverkehr zum Fremdenverkehr.

Die obere Wildener-Brücke präsentiert sich grundsätzlich von selbst, während die Reste der unteren vermehrt in den verkehrsgeschichtlichen Zusammenhang gestellt werden sollten. Anhand der oberen Brücke lassen sich die verschiedenen Weg-Generationen besonders gut aufzeigen: an der Brücke selbst die gewölbte Fahrbahn von 1739 und die Korrektur um 1820, am oberen Ende der Zugang des linksseitigen Saumweges aus der Zeit vor 1739, am unteren Ende vor allem die Bauten aus der Zeit nach 1935.

 

 

Poccobelli

Eine Klimakatastrophe führt zu Fortschritt

Poccobelli-Brücke am südl. Ausgang der ViamalaVerursacht durch einen Vulkanausbruch 1815 im fernen Indonesien kam es weltweit zu einer Klimaverschlechterung, welche auch bei uns zu Hungersnöten in den darauf folgenden „Jahren ohne Sommer“ führte. Die Regierung des Kantons entschied deshalb den Ausbau der „Unteren Kommerzialstrasse“, um bessere Transportmöglichkeiten zu den Handelsmetropolen Mailand und Turin zu erhalten.

Der Tessiner Bauunternehmer Giulio Poccobelli erhielt den Auftrag – allerdings mit der Auflage, einen jungen Bündner, Richard La Nicca, in sein Team aufzunehmen. Damit sicherte sich die Regierung gleich doppelt ab: sie hatte einen Überwacher vor Ort und zudem bote sie dem jungen La Nicca eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Ingenieurwesen zu erlernen. La Nicca nutzte diese Chance und avancierte zum führenden Ingenieur, Brückenbauer und Planer von Gewässerkorrekturen des Kantons. In nur fünf Jahren ab 1818 wurde die San-Bernardino-Route von Bellinzona bis Chur gebaut. Zur gleichen Zeit wurde auch der Säumerpfad über den Splügen zu einer Handelsstrasse mit entsprechender Breite für Fuhrwerke und Kutschen ausgebaut.

 

Grosse Viamala-Brücke der A-13

Im Südabschnitt der Viamala verbindet eine Nationalstrassenbrücke in elegantem Schwung die beiden Talseiten, wobei auf der linksrheinischen Seite die Brücke unmittelbar in einem Tunnel mündet, sodass die ganze Anordnung an den berühmten Landwasserviadukt von Filisur erinnert.
Die A13 Brücke erfüllt im modernen Transitverkehr durch die Alpen eine wichtige Rolle von europäischen Dimensionen.

Die ältere Kommerzialstrasse unterquert das rechte Widerlager der Brücke. Hier befindet sich auch ein kleiner Auto-Ausstellplatz und ermöglicht einen schönen Einblick in den Eingang der Schlucht sowie in die kleine Bucht des Rheins unmittelbar vor dessen Eintritt in die Felsenge.

Die A13 ist ein Hauptverkehrsträger des Viamalaverkehrs auf der nationalen und internationalen Transitachse über den San Bernhardino

Ingenieur war der berühmte Brückenbauer Prof. Christian Menn aus Chur

 

Die Rania Brücke

Die Steinbogenbrücke über den Hinterrhein mit Anschlussbauwerken wurde  1836 erbaut nach einem Projekt von Richard La Nicca unter der Leitung von Gugelberg von Moos. Grösster Einzelkunstbau der Kommerzialstrasse. Dimension und aufwendige Ausführung des Bauwerks demonstrieren Fortschritte der Ingenieurkunst und Erfolg der Passtrassen seit 1823.

Zusammen mit dem Verlorenen Loch ist die Raniabrücke der geeignete Ort, den Strassenbau des 19. Jh. zu repräsentieren. 1986 vorbildlich restauriert und für den Lokalverkehr immer noch in Gebrauch. Südöstlich anschliessend Gasthaus „Rania" und Reste des Barackendorfes vom Autostrassenbau aus den 1960er Jahren.

 

Punt da Tgiern (zerstört)

Die Kommerzialstrasse von 1823 führte noch über die Punt da Tgiern. Das Hochwasser von 1834 verschonte dieselbe, zerstörte aber den Strassendamm nördlich davon. Statt der Wiederherstellung wurde die Verlegung von Strasse und Brücke beschlossen, was zum Bau der Raniabrücke führte.

Von der alten Steinbrücke ist nicht mehr viel zu sehen. Aber immerhin in der Mitte des Flussbettes kann man noch Reste des ehemaligen Mittelpfeilers erkennen und vom Brückenkopf auf der Ostseite sind noch deutliche Überreste sichtbar, allerdings stark überwachsen.