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Der Nordturm (Pfaffenturm)

Wohnturm für die Pfaffen ...

Wenige Schritte nordwestlich der Kirche St. Johann Baptista und St. Viktor erhebt sich der quadratische, dreistöckige Nordturm. Vermutlich wohnten hier die Pfarrherren, weshalb sich der Begriff Pfaffenturm eingebürgert hat.
Im Jahre 1505 verliess der letzte Pfarrer (Anton Stecher) Hohen Rätien, um künftig sein Amt am Heinzenberg auszuüben. Man nimmt heute an, dass in der Zeit seines Wegzuges die Bauten der Anlage mit Ausnahme der Kirche, bereits zerfallen waren.

(Eintrag im Bischöflichen Rodel von 1410:" ... und liess man die Burg zerfallen")
Der ursprüngliche Eingang zum Turm war im ersten Stock an der Nordseite und wurde mutmasslich über eine Leiter erreicht. Später wurde die Eingangstüre auf gleicher Höhe an die Ostwand versetzt. Heute dient ein ebenerdiger Mauerausbruch aus dem 19. Jh als Turmeingang.
Zum ursprünglichen Bestand gehören auch die Schmalscharten an der Südfront und in der Nordwest-Ecke sowie die grossen Türöffnungen im 2. Stock der Ost- und Nordwand.

 

Ernst Stückelberg(er), 1881, Öl auf Leinwand (Im Vordergrund die Gattin des Malers mit Tochter Helene), Privatbesitz RBR, D-97279 Prosselheim, mit frdl. Genehmigung

 

... für den Wirt und die Soldaten

Von ca. 1860 bis 1914 diente dieser Turm den Wirten des kleinen Burgbeiz als Wohnung. Dafür wurden eingreifende bauliche Veränderungen am Gebäude vorgenommen. Für die ebenerdige Eingangstüre wurde in die Ostwand ein Loch gebrochen. Man vergrösserte die Fensteröffnungen. Die originalen Giebelmauern wurden abgetragen und dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend eine neue Bedachung mit historisierendem Flachdach und Zinnenkranz aufgesetzt.
Die Schweizer Armee beschlagnahmte während des Ersten Weltkrieges sowohl das Burgbeiz als auch den bewohnbaren Pfaffenturm und richtete auf Hohen Rätien einen permanenten militärischen Beobachtungsposten ein. Nach Abzug der Truppen bei Kriegsende waren die Gebäude unbewohnbar und in der Nachkriegskrise war kein Geld für deren Erhalt vorhanden, sodass sie sehr schnell zerfielen.